Hunger beim tättowieren

An einem schönen Samstagnachmittag war ich mit meinen beiden besten Freundinnen Helene und Janine in einem schicken Bistro in Berlin. Wir wollten herausfinden, wie viel Tequila wir vertragen konnten und kippten Glas um Glas herunter. Bereits nach dem zwölften Tequila warf Janine das Handtuch: Sie konnte einfach nicht mehr. Helena und ich klatschten ab – nun durften wir beiden uns eine Aufgabe für Janine ausdenken. Wir verließen das Bistro und wankten die Straße herunter. Plötzlich rief Helene: “Dort müssen wir rein!”
Sie deutete auf ein Tattoo Studio, das wir sofort stürmten. Eine Tätowierung für die Verliererin Janine! Helene und ich fanden das eine tolle Idee, nur Janine schaute ein bisschen unglücklich. Der Chef des Ladens, ein zwei Meter großer und stämmiger Glatzkopf, begrüßte uns Mädels mit einem freundlichen Lächeln. An welches Motiv wir denn gedacht hätten. Wir dachten kurz nach, und ich sagte spontan: “Krümelmonster!”
Das Sprechen fiel mir nach einem Dutzend Tequila schon ein bisschen schwer.
“Und auf welches Körperteil soll das Krümelmonster tätowiert werden?” grinste der Chef.
“Auf den Intimbereich!” sagte Helene.
Helene und ich kicherten uns kaputt, während Janine maulte: “Muss das sein?”
“Natürlich. Verloren ist verloren”, sagte Helene ohne ein Lächeln.
Also zog sich Janine aus und setzte sich auf den Tätowierstuhl.
Der Chef druckte ein lustiges Krümelmonster-Motiv aus dem Internet aus und fing an zu tätowieren. Nach einer Stunde bekamen Helene und ich riesigen Hunger! Also wollten wir per Smartphone eine Pizza bei lieferando, dem Lieferservice Berlin bestellen. Daraus wurden dann zwei große Partypizzen, weil der Chef uns und alle anderen Kunden und Mitarbeiter dazu einlud; er tätowierte Janine nämlich im vorderen Bereich seines Ladens, den man auch von der Straße aus einsehen konnte – alle anderen Plätze in dem Laden waren gerade belegt. Also stand draußen eine richtige kleine Menschenmenge, die ihn beobachtete und fotografierte, wie er Janine ein Krümelmonster tätowierte.
“Das ist eine tolle Werbung für mein Geschäft!” freute er sich.
Er war so gut gelaunt, dass er sogar kein Honorar für das Tattoo verlangte. Die Pizza kam schon nach zwanzig Minuten und schmeckte allen köstlich. Eine Stunde später war die Tätowierung fertig, und wir gingen gut gelaunt aus dem Tattoo Studio. Nur Janine war am nächsten Tag in der Sauna ein bisschen schlecht gelaunt, weil sie dort alle schmunzelnd anschauten.

Habe heute einen interessanten Bericht hier gelesen, das wollte ich auch noch mal nachtragen. Siehe hier!